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Ein Pfälzer Krippler stellt sich vor....
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Autor:  achedi [ 20.12.2010, 16:28 ]
Betreff des Beitrags:  Ein Pfälzer Krippler stellt sich vor....

Hallo liebe Krippler

Ich möchte, nachdem ich hier nun doch einige Zeit mitlese im Forum, die Gelegenheit nutzen um mich und vor allem meine Krippe vorzustellen.(Siehe link unten)
Meine Name ich Achim und ich wurde laut meinem Personalausweis vor 43 Jahren geboren. Zuhause bin ich in Schifferstadt, in der Vorderpfalz.
Krippen faszinieren mich schon seit frühester Kindheit, ein katholischer Familienhintergrung tat sein übriges.
So baute ich schon in zarten Alter von 6 Jahren für die Krippe meiner Eltern eine neue Fahrgelegenheit für die Heiligen 3 Könige: Ein Lok plus Wagon (Der Orientexpress) aus Legosteinen… und da ich es ungerecht fand, daß der gute Josef immer laufen musste, während Maria ja ihren Esel hatte, baute ich aus dem gleichen Material für ihn noch einen schönen Sportwagen. Meine Eltern jedoch bremsten meine frühe Kreativität aus und meinten, dass Legosteine bei Ihren Gips-Krippefiguren nichts verloren hätten……und eine Lok nebst Sportwagen wohl nicht ganz in die Zeit von vor 2000 Jahren passen würden. Damals stießen diese Argumente jedoch bei mir altersbedingt noch auf Unverständnis.
Es war wohl das Jahr 1979 als mein Durchbruch als „Familienkrippenaufbauer“ kam. Am heiligen Abend des besagten Jahres versuchte meine Vater, der bisher immer die Krippe aufgebaut hatte, 2 Stunden lang den Weihnachtsbaum kerzengerade in den Christbaumständer zu montieren, jedoch lagen die Vorstellungen meiner Mutter und meines Vaters was nun „Gerade“ ist um ca. 15 cm auseinander (an der Spitze gemessen). Entnervt hatte mein Vater an diesen Tag keine Lust mehr die Krippe aufzubauen, so ergriff ich meine Chance. Seit diesem Zeitpunkt war ich alleinverantwortlich für den Aufbau der Familien-Gips-Krippe. Jedoch wurde auch hier nach wie vor meine Kreativität stark reglementiert…Meine schöpferische Kraft durfte ich lediglich in Krippenzäunen aus Sperrholz, Bachläufen aus Lametta (würg!) und Tannenzapfen die an der Spitze grün angemalt waren (diese sollten Büsche bzw. Bäume imitieren ..oder ganz einfach nur Tannenzapfen die oben grün angemalt waren…) entfalten.

Natürlich versteht es sich dann von selbst, dass ich durch diese elterliche-krippenbauliche-Kreativitätsbremse einfach irgendwann von meinen Erzeugern wegziehen musste.. ok sicherlich gab es da auch noch ein zwei andere Gründe :D

Doch kommen wir nun zu meiner Krippe:
Meine Figuren (18cm) sind aus Berkalith (dummerweise kann ich halt nicht schnitzen ) und stammen aus dem Hause Butzon & Bercker, natürlich mag hier der ein oder andere Holzfetischist die Nase rümpfen, aber ich finde die Figuren, auch wenn Ihnen der Makel einer „Massenware“ anhaftet, sehr ausdrucksstark bzw. einfach nur schön. Seit über 15 Jahre erweitere ich Jahr für Jahr meine Sammlung, auch in Kombination mit 15cm Figuren (Tiefenwirkung)

Die Größe meiner Krippe beträgt 5 qm…böse Zungen behaupten, dass ich mich nur von meiner Frau hätte scheiden lassen, damit ich an Weihnachten im Wohnzimmer mehr Platz für die Krippe hätte. Diese Aussage ist jedoch vollkommen aus der Luft gegriffen…der wahre Scheidungsgrund lag darin, daß mein Exfrau der Meinung war, es sei doch Tierquälerei, dass die Heiligen 3 Könige auf Kamel und Elefant zur Krippe geritten kämen, sie könnten doch vielmehr zum Jesuskind radeln…und außerdem seien Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrre auch nicht mehr up-to-date….. die Könige sollten doch lieber einen Geschenkegutschein vom „Füllhorn“, ein vegetarisches Kochbuch und die Autobiographie von Alice Schwarzer zur Krippe bringen…. Welche Blasphemie !

Mit 5qm Fläche hat man doch ein wenig Platz ….Es versteht sich wohl von selbst, dass aufgrund der Größe, im Gegensatz zur anderen Krippen, die Gebäude nicht mit der Grundplatte verbunden sind. Alles ist in einem gewissen Rahmen flexibel. Jedes Jahr baue ich somit die Krippe ein wenig anders auf, wobei ich besonders Augenmerk auf die Landschaft lege. Zur Zeit versuche ich weg von dem „Standard-Moos“ zu kommen und hin zu mehr Wüstenlandschaft. Es handelt sich bei meiner Krippe demnach um ein orientalische. Dem aufmerksamen Betrachter der angehängten Bilder wird’s auffallen, dass der Hirtenstall weniger „orientalisch“ ist. Dieser stammt noch aus meiner „Vor-orientalischen Phase“ und wird im Laufe der nächsten Jahre durch eine „orientalischen“ Höhlenstall ersetzt.

Generell versuche ich meine Landschaftsgestaltung immer weiter zu verbessern, probiere das ein oder anderes aus.In diesem Jahr habe ich mal meine Krippenbäume aus Lebensbäumchen gebastelt; die abgeschnittenen Zweige habe ich einfach mit Heißkleber verklebt und danach in Form geschnitten...das geht recht schnell, das Ergebnis würde ich allerdings eher als „geht grad so“ einstufen.

Bei der Gestaltung meiner Krippe ist mir mein 8Jähriger Sohn mittlerweile ein große Hilfe. Er bringt auch seine Ideen ein. So hat er den Brunnen weitgehend selbst gebaut, allerdings konnte ich seinem Gedankengang, dass Maria dieses Jahr zur Abwechselung mal anstatt mit dem Esel lieber mit einem schicken roten Cabriolet (das er aus Lego-Technik bauen würde) zum Stall fahren könnte, nicht so ganz folgen….hmmm…von wem das Kind nur solche Ideen hat……

Die Stadt Bethlehem wurde erst letztes Jahr in die Krippe mit integriert und ist quasi noch im „Aufbau“. Das Ganze soll in den nächsten Jahr mit „Kleinszenen“ und weiteren Figuren erweitert werden.

Der Hintergrund wurde durch die beste aller Exehefrauen in diesem Jahr gemalt, der Sternenhimmel besteht aus 200 LEDs (Ok..seit die Katze die entdeckt hat, sind es nur noch 199..Tendenz fallend)die alle leicht unterschiedlich farblich gefasst wurden. Somit leuchten sie unterschiedlich hell bzw. durch unterschiedlich gewählten Durchmesser der gebohrten Löcher unterscheiden sie sich auch in der Größe. Das ergibt in Summe einen relativ „natürlichen“ Sternenhimmel.

Noch ein Wort zum Bachlauf: In den letzten Jahren habe ich mit „echten Wasser“ gearbeitet. (Es existierte sogar ein echter Wasserfall, doch der kam dieses Jahr nicht zum Einsatz) …doch nun hat sich scheinbar die altersbedingte Inkontinenz bemerkbar gemacht und das Wasser versickert im Wüstensand. ..(nah wenn das nicht Realität pur ist!!). Dass der Bachlauf nicht mehr dicht ist, habe ich allerdings erst gemerkt, nachdem ich aufgebaut hatte. Da zum Neubau eines Bachlaufes keine Zeit mehr war, habe ich beschlossen, den selbigen kurzerhand mit Gießharz darzustellen. Ich holte günstigen Gießharz aus dem Baumarkt und goss diesen in den vorhanden Bachlauf. Dies stellte sich jedoch als Fehler heraus, da dieser Gießharz eine rötliche Färbung besaß (die purpurnen Flüsse…). Somit war ich nun Besitzer einer Krippe mit roten Flusslauf. Auf Nachfrage meines Sohnes, warum wir dieses Jahr einen roten Bachlauf hätten, sagte ich ihm, das müsse so sein, da er direkt ins Rote Meer fließt….. Allerdings konnte mein Sohn meiner Argumentationskette nicht folgen und meinte: “Pappa wenn Du dieses Jahr einen roten Fluß baust, dann kann Maria auch mit einen roten Cabriolet zur Krippe kommen !!!“
Ok….. gut…… somit war ich genötigt, den roten Gießharz mittels blauer und grüner Glasmalfarbe entsprechend neu einzufärben. Das Ergebnis ist nun eher durchwachsen und erinnert farblich mehr an den guten alten verseuchten Vater Rhein Mitte der 70iger Jahre…..Aber immerhin war es mir somit gelungen dass Maria traditionell mit ihren gewohnten Esel nach Bethlehem anreisen durfte.

Die nächste Projekte für 2011 sind schon in Planung, wie erwähnt einen farblich realitischen Bachlauf, eine neue Unterkunft für die heilige Familie..und noch so ein paar andere Ideen….

Ich habe ein paar Bilder von meiner Krippe gemacht und diese verlinkt. Ich hoffe der link funktioniert, einfach mal durchklicken, ca 10 Billder(Falls es nicht funzt bitte um Nachricht, vielleicht erlaubt es mir ja der Admin ein paar Bilder hochzuladen)

http://www.pic-upload.de/view-8192238/1 ... 1.jpg.html

Über Kritik und Anregungen freue ich mich immer!

Ich wünsche allen Kripplern und den Rest der Welt ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest

Viele Grüße aus der Pfalz

Achim


PS: Mir war es im Oktober diesen Jahres vergönnt das Krippenmuseum in Klüsserath zu besuchen. Ich kann nur sagen liebe Mitglieder des Klüsserather Krippenvereins, was ihr da auf die Beine gestellt habt ist aller Ehren wert und verdient meinen allerhöchsten Respekt

Autor:  Mathias [ 21.12.2010, 08:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Ein Pfälzer Krippler stellt sich vor....

Hallo Achim,

vielen Dank für deine lustige Vorstellung. Ich habe dein Thema in das Forum Gespräche verschoben, weil es hier besser hineinpasst.

Viele Grüße

Mathias

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